Ein neuer Sommer.

Ganze Bäche weinte ich in meine Kissen.
Dazwischen irgendwo ich.
Strauchelnd.
Oh wie schmerzhaft die letzten beiden Jahre wahren.
Emotionen beutelten mich.
Ich geiselte mich selbst.
Leiden steht mir so gut.

Und jetzt?
Fast ein Jahr vergangen.
Und Du bist wieder gekommen.
Mein Mädchen mit den blonden Haaren und dem schönsten Lächeln.
Du kamst von deiner großen Reise zurück und brachtest Seelenheil mit.
Was Du gefunden hast, kann ich nur erahnen.
Dir fällt es schwer in Worte zu fassen.
Ich glaube, ich verstehe.

Jetzt bist Du wieder bei mir, seit vielen Monaten.
Und es könnte kaum schöner sein.
Du siehst mich an.
Und siehst mich.
Du nimmst meine Hand.
und hältst mich.
Du bist bei mir.
mit Kopf und Herz.

Ich wusste nicht mehr wie es sich anfühlt diese Liebe spüren zu dürfen.
Es überwältigt mich. Überrollte mich.
So surreal.
Aber kein Hauch von Zweifeln da.
So wie Du bist, wie Du mit mir bist, vertraue ich Dir.
Uns.

Du warst die letzten Jahre zurückhaltend.
5 Jahre Beziehung und keine Ambitionen einen Schritt weiter zu gehen.
Wir blieben in den Kinderschuhen stecken, auch wenn Sie schon sehr eng wurden.
Und jetzt, Du willst mit mir eine gemeinsame Zukunft.
Ein gemeinsames Heim.
Verpflichtungen eingehen. Dich binden.
Auch wenn es manchmal Angst macht, erwachsen zu werden.
Jetzt haben die Ängste Platz zwischen uns. Bei uns.
Wir legen nicht nur Decken und Dekokissen darüber.
Schön Kaschieren.
Nein, wir reden darüber bis sie ganz klein werden
und der Mut ganz groß.

Du bist meine Frau.
Wahrscheinlich für’s Leben.
Mit keiner anderen hätte ich die letzten 6 Jahre Achterbahn lieber erlebt.
Für keine andere hätte sich das Leiden so gelohnt.
Für keine andere bin ich so ein brillianter Flachwitzmeister.

Geraten wir nochmal in’s Straucheln, dann ist das okay.
Lieber habe ich Beulen, Kratzer und Augenringe vom Leben mit Dir
als ein Leben ohne Dich führen zu müssen.

Liebe.

 

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Der Sommer ist vorbei… stimmt’s?

Dein Schweigen ist eisern. Sogar an den Füßen friere ich. Ich! Der Herbst umweht alles. Ich schleiche an deiner Haustür vorbei. Starre auf die Asphaltsteinchen unter mir. Hoffend. Dass Du mir nicht entgegen kommst. Hoffend. Dass Du mir in die Arme läufst.
Dürfte ich Dir sagen, dass ich Dich vermisse? Schmerzlich sogar. Du hättest meinem Herbst noch einmal den Sommer eingehaucht. Noch nicht einmal morgens die Augen richtig auch, doch dein Lachen strahlt ober meinem Gesicht, dein mahagonifarbenes Haar kitzelt mich an Nase und Stirn.
Dann legst Du dich auch mich, vergräbst dein Gesicht zwischen meinem Hals und Kopf, nimmst einen tiefen Atemzug, manchmal auch zwei… und während Du ausatmest kommt ein genüsslich, animalisches „mmmhh!“
Mein Parfum vom Vortag, das Waschmittel an deiner Bettwäsche und der Schlaf die an mir haften ergeben eine Mischung, die ich so nie begreifen werde.
Aber jedesmal Schmunzeln muss.
Musste.

Dir gab es zu wenig solcher Momente.
Zu wenig Initiative meinerseits.
Zu viele Fragezeichen.
Zu langes Schweigen.
Zu laute „Ich weiß es doch auch nicht“
Zu kleine Wichtigkeitsbekundungen.

Und jetzt bist Du stumm.
Hast deine Mauern hochgezogen. Ohne Ankündigung.
Und plötzlich vermisse ich Dich. Ich Idiot.
Von der S-Bahn verstohlene Blicke rauf in den 5. Stock.
Dein Balkon. Brennt Licht?
Vielleicht klingel ich irgendwann bei Dir.
Vielleicht lasse ich es einfach.

Ich war lang genug egoistisch.
Irgendwie… es fehlt doch was…
Aber was?

Halten: Hand, Luft, Karussell.

Du. Mit Blumen vor meiner Tür. Dein Blick. Mit deinen grün-gesprenkelten Augen. Mit dein kleinen gelben Sternen um deine Iris. Und ich. Überfordert. Ob ich wieder auf unser Karussell aufsteigen soll. Es beginnt immer im Schritttempo. Das kribbeln im Bauch. Es wird schneller. Stetig. Bis die Welt drumherum keine Konturen mehr hat. Die Farben ineinander zerfließen. Verwischen. Es dreht sich alles. Mir wird flau. Oh Wunder. Du Trottel, denke ich mir – mal wieder, das war doch sowas von klar. Ich schließe die Augen und greife neben mich. Spüre sofort deine Hand. Kalt vom Fahrtwind. Oder weil sie einfach immer kalt sind. Deine Hände. Du hältst meine fest. Drückst sanft. Das flaue Gefühl bleibt im Bauch. Macht mir sogar noch ein bisschen mehr Angst. Weil Du keine Angst hast. Keine Angst hast, während der Fahrt einfach abzuspringen. Da bist du mutig. Während ich mich festkralle. Krampfhaft am entspannt atmen. Mit geschlossenen Augen. Ich bekomme es immer zu spät mit, dass ich meine Runden eigentlich schon alleine drehe. Aber jetzt hältst Du doch meine Hand. Das ersetzt mein Vertrauen. Das gibt mir Sicherheit. Du weißt das sehr wohl. Und du hältst sie. Und hältst das aus. Ich atme. Ich halte. Und ich werde meine Augen erst wieder öffnen, wenn die Welt um uns nicht mehr verschwommen, zerflossen ist. 

Deine Blume steht in einer Vase auf dem Fenstersims. 

unwissendes Glückskind.

 

Ich höre immer wieder von unterschiedlichsten Menschen, dass Sie in mir Stärke sehen.
Meine Präsenz eine gefestigte Mitte vermuten, durchblitzen lässt.
Freunde bauen auf meine starken Schultern oder verweifeln auch mal an meinem Sturkopf der zumeist schon halb durch Granitwände sich bohrt.
Genauso kann ich stoische Gelassenheit ausstrahlen und hole Leute auf den Teppich zurück wenn sie wild fuchtelnd, schimpfend zwischen den Seilen hängen und die Scheuklappen die Sicht auf den „Ist-Zustand“ verdecken, einengen.

Menschen die mir im Herzen liegen oder auch nur am, denen höre ich geduldig zu. Lass es durch Kopf und Bauch wandern mit einem kleinen Schlenker über die Herzregion.
Wertvolle Lebenstipps versuche ich bedacht zu wählen, zu äußern.
Wir sind alle nur Menschen.
Ich mag die Fehler an uns.
An Dir. Euch.
Und manchmal, selten sogar an mir.

Während ich gerne den ironischen Clown mime, es liebe wenn Leute lachen.
Ein mit Lachen erfüllter Raum ist wie eine Wattewolke um mich herum. Ich lass mich rückwärts, blindlinks hinein plumpsen und genieße das Kribbeln in Zehen- und Magengegend.
Mein Lachen ist ansteckend, wiedererkennbar zwischen hunderten lachenden Clownmädchen. Ich genieße diesen Dominoeffekt. Ich lache und der ein oder andere kann sich das schmunzeln nicht verkneifen.
Ich habe Falten. Diese wunderbaren Lachfalten und das nach 3 Jahrzehnten Lebenszeit. Ich liebe das.

Genauso gerne gebe ich mich meiner Melancholie hin. Ziehe mir die tiefgrauen Gedankenwolken wie eine selbstgestrickte Wolldecke von Oma über den Kopf. Über meinen ganzen Körper. Ich suhle mich in Weltschmerzfragen die meinen Gefühlsorbit streifen, umklammern.
Selbstkritisch. Wohl auch oft zu kritisch mit den Menschen die mich berühren oder es zumindest versuchen.
„Du hast so eine harte Schale. Das kann doch nicht sein. Wie weich muss da erst der Kern sein?“
Neue Menschen in meinem Leben haben es oft nicht leicht, wenn Sie wirklich versuchen mich kennenzulernen. Emotionen herauskitzeln wollen.
Ich deckel mein Inneres, als hätte ich den Schlüssel irgendwann einfach verloren und wüsste nicht mehr wie ich sie rausbekommen soll.
Die Brecheisenmethode hat bis jetzt noch nicht funktioniert.
Manchmal erschrecke ich vor mir selbst. Wie ich mich in den letzten Jahren entwickelt habe. Wieviel Angst ich vor dem verletzt werden habe. Wie sehr ich das kleine Mädchen in mir beschützen möchte ohne zu wissen wovor und gleichzeitig zu wissen, dass ich mir ganz viel Schönes damit verwehre.

Ich finde meine Hände zu klein und meine Haare zu unbändig.
Ich liebe die wärme meiner Auge und die Form meiner Kniescheiben.

Ich bin im ständigen Zwiespalt und doch oft glücklich.
Selbst dann bin ich glücklich, wenn ich traurig bin.
Und vor lauter Trauer vergesse ich manchmal zu sehen wie viel Glück ich habe.

Ich bin nur eine von Euch.
Ich bin viel Wert.
Wie Du.
Mit all unseren Macken.
Mit all unseren grellen und matschgrauen Farben.

Stärke vs Gefühlsduselei.

Manchmal wüsste ich gerne was in deinem Kopf vorgeht. Wenn Du versuchst Kontakt aufzubauen, mich bittest, dass wir uns sehen. Ja, du fast schon bettelst. Dann schlägt mein Herz höher und sämtliche Synapsen spielen verrückt & verknoten sich zu einem großen Knäuel. Die Versuche rational zu bleiben, ach…wem mache ich was vor. Die Versuche endlich mal rational zu sein bäumen sich kurz auf, werfen große Schatten doch dann kommen Gedanken in die Quere die „1,5 Jahre hast du gekämpft und gewartet für nichts!“ In ein „ich vermisse ihre Küsse“ verpuffen lässt. 

Du kennst meine Schwächen. All meine Versuche Konsequent zu bleiben ebben immer wieder ab in Gefühlsduselei. Und du kannst dich zurück lehnen und warten? Wieder eine Illusion, wieso solltest Du warten und worauf? Meine Liebe war nicht genug, die Falsche oder zur falschen Zeit. Egal in welche Worte wir es versuchen zu verpacken, mit Schleifchen oder nicht. Unter’m  Strich: es hat nicht funktioniert. 

Also guck ich mir Bilder an, von Zeiten die mehr schön waren als leidend. Ich nehme mal wieder Abschied von Dir. Von meiner Illusion, dass die letzten 2 Monate was änderten. Vielleicht werde ich irgendwann in der Lage sein, dich wie aus dem Nichts anzurufen und belanglosen Smalltalk zu halten. Du über meine Geschichten lachst, wie früher. Du mir die brandaktuellsten durchgeknallten Familiengeschichte mitteilst und es wieder endet mit „Ja, genau! Das dachte ich auch!“.  Wenn wir dann nach einigen Minuten wieder auflegen, sich meine Welt trotzdem weiter dreht. Ohne Erschütterungen oder Sonnenfinsternisse. Ich werde dort weiter machen wo ich vor dem Telefonat kurz inne hielt. Ich weiß nicht ob ich mir so ein „Ende“ für uns wünsche. Es wäre jedoch so vernünftig. So viel heilender für Psyche und Herz. 

…ich vermisse deine Küsse.

Ich Alien. Sie Mensch. Du Alien.

 

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Vor einem Monat war es das schlimmste Berührungen zu erfahren,
die nicht von Dir sind.
Streicheln, liebkosen, 2 Hände die mein Gesicht umschließen.
Nicht deine Hände, nicht dein Mund.
Es fühlte sich so fremd an.
Als wäre ich aufeinmal ein Alien und könne keine menschliche Nähe ertragen.
Als hätte ich sie noch nie genossen.
Alles so falsch.
Du, mein Alienmädchen fehlt.
Das einzige was sich gut und richtig anfühlt.
Als wären meine Arme auf dich geeicht.
Als wäre deine Silhouette die einzige die ich nachfahren kann,
ohne etwas das mein fühlen, empfinden stört.

Ich bin seltsam.
Das wird mir immer wieder gesagt.
Trotzdem bekomme ich all die Zuneigung die ein Mensch an Kostbarkeit verschenken kann.
Wohl bedacht.
Mit offenem Herzen.
Und ich mit geschlossenen Armen und vergrabenem Herz.
Manchmal versuche ich mir vorzustellen, dass Du mich so hältst.
Dass es dein Atem so nah an meinem Ohr ist, der sich kaum zügeln lässt.
Dein Herz gegen meine Brüst pocht.
Deine Lippen auf meiner Stirn, auf meinen Lenden…
Doch, dann kommt mir der fremde Geruch in die Quere.

Langsam ergebe ich mich dieser Fremde.
Filter mir eine neue Vertrautheit heraus.
Sie klebt. Doch spendet etwas Wärme.
Meine Haut schmerzt nicht mehr bei den Berührungen.
Meine Bedürfnisse werden dürftig befriedigt.
Kein Vergleich zu unserer Nähe.
Ich wüsste nicht wie das jemals möglich sein sollte… könnte…

 

 

» aber alles soll, alles muss… aber alles geht, jeder will perfekt sein.
Sind wir denn nie schön genug?
Ist es hier nie schön genug?
So wie wir sind… sind wir viel zu schnell müde oder blind?

Wir machen beide Augen zu und wollen alles erkennen.
In 1000 schönen Worten die Liebe erklären.

Die ganze Welt muss uns gehören, vom Himmel bis zum Meer.
Und wenn wir in den Spiegel schauen sehen wir uns selber nicht mehr…
Aber alles soll, alles muss…aber alles geht, jeder will perfekt sein
. . . «
Lina Maly Schön genug

Terminal. 

Du bist 34 Tage weg. 

Über die Hälfte der Zeit hast Du schon zurückgelegt.

Im Ausland. 

Du Weltenbummlerin. 

Du entdeckst dein Herzland. 

Du reist. Von Ort zu Ort. 

Und ich bin kein Teil davon. 

Ich konnte nie die Liebe, die Begeisterung für die Menschen, deren Sprache und Mentalität aufbringen. 

Ich dachte gestern daran, wie es wohl wäre Dich vom Flughafen abzuholen. 

Das hatten wir schon öfter. 

Dieses Gefühl von Vorfreude, Aufregung und das Wissen dich gleich endlich wieder riechen zu können. 

Dein Geruch gemischt mit bunten Geschichten. Mit einer hauchzarten Schicht staubigem Reisefieber. 

Dein müdes aber abgrundtiefes zufrieden Lächeln.

Dich festzuhalten. Ich lass Dich nicht mehr so lange weg. 

Dich zu küssen. Als wäre es das erste mal.

Dich anzusehen. Als gäbe es nichts schöneres und viele Kleinigkeiten stachen immer wieder ins Auge. 
Aber diesmal wären da meine Emotionen. 

Am Terminal. 

Der Wunsch Dich zu sehen.

Die Vorfreude. 

Dein Geruch. 

Dein Reisestaub. 

Ohne Liebe. 

Ohne das Gefühl, dass das gerade das einzig wahre und richtige ist. 

Für uns beide. 
I Need a forest fire. James blake. 

Ich brauche auch einen emotionalen Waldbrand. 

Um alles alte zu vernichten. 

Um allem zukünftigen eine reine Basis geben zu können.